Bergwanderwoche mit dem Singtreff des Alpenvereins Weinheim

Berner Oberland vom 06.08.2016 bis 13.08.2016
Der Singkreis im Berner Oberland
Der Singkreis im Berner Oberland

Dem Alltag entfliehend brach eine Gruppe von neun Teilnehmern unter der kundigen Führung von Walter Hebling ins Berner Oberland auf. Das City Chalet in Interlaken am Aarekanal gelegen, zwischen Brienzer- und Thunersee war unser Domizil, von dem auf kurzen Wegen sowohl der Altstadtkern, aber auch das mondäne Interlaken mit den noblen Hotels zu erreichen war. 

Nachdem die Zimmer bezogen waren, folgte bei einem Kaffee eine nette Begrüßungsansprache vom Walter Hebling, ehe wir zum Rundgang durch Interlaken aufbrachen. Die Damen der Tourist Information geizten nicht mit Tipps und Anregungen. So konnten wir die vielen Tandem-Gleitschirmflieger, die bis zum späten Abend durch die frische Bergluft vom Harder Kulm mitten in die Stadt segelten, bewundern. Auffallend waren die vielen arabischen (viele Frauen total verschleiert) und asiatischen Touristen, die Interlaken bevölkerten. Aus etlichen Gasthäusern roch es nach orientalischen Gerichten, die auch gut mit Gästen gefüllt waren. 
Sonntag und Urlaub, ein gutes Gefühl!  



Die Zahnradbahn zum Harder Kulm brachte die Gruppe sonntags auf 1322m. Es lockt eine Aussichtsplattform mit freier Sicht auf Interlaken, den Thuner- und Brienzersee sowie ein grandioser Blick ins Lauterbrunnental, auf die Berge um das Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau.
Dem Trubel entrinnend, das Ziel vor Augen zog es uns entlang dem Harder-Grat, in Richtung Augstmatthorn 2137m. Immer wieder gibt der Wald den Blick nach Süden zum Brienzersee und die schnee- und eisbedeckte Bergwelt frei. Beim Abstieg nach Niederried erfuhren wir ein intensives Knie- und Oberschenkeltraining. Mit der Bahn ging es zurück nach Interlaken.

Am Montag zog es uns nach Grindelwald. Von Grindelwald-Grund 943m ging es per Kabinenseilbahn zum Männlichen 2227m. Ein stetiger Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau begleitete uns bis zur Kleinen Scheidegg. Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein zum Alpiglen 1615m. Nach einer Rast fuhr uns die Bahn zurück nach Grund. Die Stimmung war sehr gut, der Tag klang sanft aus.

Das Berner Oberland
Das Berner Oberland



Bei leichtem Regen am Dienstag besuchten wir das Simmental mit den schönsten Bauernhäuser. Viele reich verzierte repräsentative Holzhäuser konnten wir bestaunen. In Erlenbach ist die Kirche, deren Wände reich mit Fresken ausgestattet sind, zu erwähnen. Über Zweisimmen ging es nach Thun, deren Innenstadt einen Querschnitt durch Jahrhunderte Schweizer Architektur erlebbar macht.

Zwischen Meiringen und Innertkirchen befindet sich die Aare-Schlucht, die am folgenden Tag des Wetters wegen besucht wurde. Der Weg führt entlang an tosenden Passagen mit tiefen Einschnitten, die den harten Stein durchziehen. Hier wird die Wasserkraft erlebbar! Ein weiteres Ziel an diesem Tag war die Broch-Hütte im Roselauital, die bereits im Jahr 1991 eine Woche lang Weinheimer AV-ler für Bergtouren beherbergte.

Geplant war für den Donnerstag das Jungfraujoch auf 3445m. Doch wegen der hohen Kosten (180.-SFr), der vorherigen Anmeldung 2 Tage vor der Fahrt und mit einem Ansturm von bis zu 6000 Touristen rechnend, gaben wir den Plan auf. Dafür ging es bei Sonnenschein und moderater Temperatur ins hintere Lauterbrunnental. Eine Gondel brachte uns zur Station Gimmelwald, wo die Tour begann. Zunächst ging es abwärts ins Sefinental, um auf der anderen Bergseite den Aufstieg von über 600 Höhenmeter zum Tanzbödli zu bewältigen. Über der Baumgrenze stockte uns fast der Atem von dem überwältigenden Anblick der Bergkette des Berner Oberlandes. Viele bekannte und unbekannte Gipfel, beginnend im Osten bei der Jungfrau über Gletscherhorn, Grosshorn, dem Lauterbrunner Breithorn, Tschingelhorn bis hinüber zum Blümlisalphorn. Eine großartige Kulisse die jedes Bergsteigerherz höher schlagen lässt. Am Berggasthaus Untersteinberg war dann eine verdiente Rast, ehe der Abstieg nach Stechelberg begann. 

Die Abschlusstour führte zum Öchinensee . Von Kandersteg 1170m kann sowohl die Kabinenbahn als auch ein Wanderweg zum Öchinensee 1578m genommen werden. Da die Berge noch wolkenverhangen waren, wählten wir den Wanderweg um dann bei aufreißenden Wolken am See anzukommen. Eingebettet unter dem Blümlisalphorn, dem Frünten- und Doldenhorn liegt dieser See, der manchen Mutigen zum Schwimmen eingeladen hat. Entlang dem Ufer wanderten wir zur Hütte Unterbergli, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Anblick der Berge genossen. 



Mit etwas Wehmut verlassen wir Interlaken um auf dem Heimweg einen Abstecher nach Bern zu machen. In der Innenstadt hielt der Wochenmarkt diverse Angebote bereit. Wohlgefüllte Auslagen der Geschäfte laden zum Shoppen ein. Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Abendessen teilweise mit Partnern in der Weinheimer Hausbrauerei. 
Es war eine gelungene sehr gut geführte Woche! Die Gruppe bedankte sich herzlich bei Walter Hebling und geht in freudiger Erwartung auf die nächste Tour auseinander.

Bernd Dietrich