Der Singkreis in der Eifel

Wanderwoche vom 06.06. – 13.06.2026

Mit der Bahn reiste die Hauptgruppe von Weinheim über Frankfurt und Koblenz nach Wittlich und von dort mit dem Bus weiter zur Jugendherberge in Daun.

Die Fahrt zog sich aufgrund mehrerer Zugausfälle und Verspätungen auf fast sieben Stunden hin. Die beiden Teilnehmer, die mit dem Auto unterwegs waren, benötigten dagegen nur etwa zwei Stunden. Am längsten waren die beiden Berliner unterwegs: Für sie dauerte die Anreise rund neun Stunden. Letztlich erreichten jedoch alle Teilnehmer ihr Ziel und konnten die Wanderwoche gemeinsam beginnen.

Die Jugendherberge bietet einen hohen Komfort. Morgens erwartet die Gäste ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, das sich durchaus mit dem Angebot eines guten Restaurants messen kann. Auch das Abendessen lässt mit einem abwechslungsreichen Salatbuffet kaum Wünsche offen. Nach den Wanderungen bestand zudem die Möglichkeit, bei einem Getränk gemütlich zusammenzusitzen und den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Am ersten Wandertag stand Daun mit seiner reizvollen Umgebung auf dem Programm. Nach einigen Irrungen und Wirren trafen sich alle Teilnehmer schließlich wieder im Burgrestaurant und gingen anschließend gemeinsam zum Kurpark. Zwei Damen machten sich zudem auf den Weg zum Hotzendrees, einer der bekanntesten Mineralwasserquellen Dauns. Nach einem abenteuerlichen Marsch durch die Natur und vorbei an einem kleinen Vulkankrater erreichten sie schließlich ihr Ziel – und stellten mit einem Schmunzeln fest, dass sich die Quelle nur unweit ihres Ausgangspunktes befand.

Der Abend endete in geselliger Runde bei angeregten Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen an die Erlebnisse des Tages.

Am folgenden Tag führte uns die Wanderung zu den drei Dauner Maaren. Zunächst wurde das Gemündener Maar, das kleinste der drei Maare, umrundet. Anschließend führte der Weg hinauf zum Dronketurm auf dem Mäuseberg. Der 1902 errichtete Aussichtsturm erinnert an Dr. Adolf Dronke, den Gründervater und langjährigen Vorsitzenden des Eifelvereins. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein beeindruckender Panoramablick über die Dauner Maare und die vulkanisch geprägte Landschaft der Eifel. Bei einer ausgedehnten Rast genossen wir die herrliche Fernsicht; einige nutzten auch die beliebten Liegeschaukeln, von denen aus sich das Gemündener Maar besonders entspannt betrachten lässt.

Am Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, besichtigten wir die kleine romanische Wallfahrtskirche St. Martin. Malerisch auf einer Anhöhe über dem See gelegen und von einem historischen Friedhof umgeben, bot sie ein besonders eindrucksvolles Bild.

In Schalkenmehren kehrten wir zur Mittagsrast ein. Frisch gestärkt erkundeten wir anschließend noch den Ort und setzten die Umrundung der Maare fort. Auf dem Rückweg fielen die ersten Regentropfen. Da der Weg jedoch überwiegend durch den Wald führte und uns das dichte Blätterdach schützte, erreichten wir die Unterkunft nahezu trocken.

Eine Etappe auf dem Eifelsteig ab Gerolstein war das Ziel des nächsten Wandertages. Schon die Anreise mit dem Bus bot eine angenehme Überraschung: Der Busfahrer entpuppte sich als Pfälzer aus Bad Dürkheim und versorgte uns unterwegs mit manchem interessanten Ausflugstipp.

Nach unserer Ankunft in Gerolstein stärkten wir uns zunächst am Heilwasser der Helenenquelle im Kurpark. Die Flaschen wurden gefüllt, das erfrischende Mineralwasser probiert und anschließend die Stadt erkundet. Danach führte der Weg hinauf zur Löwenburg, die hoch über Gerolstein thront und einen schönen Blick über die Stadt bietet. Hier begann unsere Wanderung auf dem Eifelsteig.

Der Weg führte durch verwunschene Wälder mit moosbewachsenen Felsen und dichtem, leuchtend grünem Bewuchs. Immer wieder wechselten sich An- und Abstiege mit offenen Wiesenflächen ab, die herrliche Ausblicke auf die weite Landschaft der Vulkaneifel ermöglichten. Neben Margeriten und zahlreichen anderen Wiesenblumen entdeckten wir auch Waldhyazinthen und Waldvögelein. Auf diese botanischen Besonderheiten machte uns Hans Schlabing aufmerksam, der als kenntnisreicher Blumen- und Geologiefreund die Wanderung mit vielen interessanten Erläuterungen bereicherte.

In Neroth angekommen, lockte zum gelungenen Abschluss der Wanderung das urige und weit über die Region hinaus bekannte Lokal „Mausefalle“. Dort ließen wir den erlebnisreichen Tag in geselliger Runde ausklingen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf eine weitere Etappe des Eifelsteigs. Diesmal führte die Wanderung von Daun nach Neroth. Zunächst verlief der Weg in einem weiten Bogen um die Kreisstadt, vorbei an Neunkirchen und durch abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaften.

Ein besonderer Höhepunkt war der Aufstieg zum Nerother Kopf, der mit 651 Metern zu den markanten Erhebungen der Vulkaneifel zählt. Auf seinem Gipfel befinden sich die Überreste einer mittelalterlichen Burgruine, von der aus sich reizvolle Ausblicke auf die umliegende Landschaft bieten.

Nach dem Abstieg erreichten wir schließlich Neroth, wo uns bereits das gemütliche Gasthaus „Mausefalle“ erwartete. Bei einer wohlverdienten Einkehr ließen wir die Eindrücke des Tages Revue passieren, bevor es mit dem Bus zurück nach Daun ging.

Der vorletzte Tag der Wanderwoche galt dem Ulmener Maar, in dessen Mitte es geheimnisvoll sprudelt und blubbert – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die vulkanischen Kräfte der Eifel noch immer nicht ganz zur Ruhe gekommen sind.

Nach der Busfahrt nach Ulmen führte uns der Weg zunächst durch den historischen Ortskern und über den Marktplatz zum Maar. Anschließend besichtigten wir den 126 Meter langen Ulmener Stollen, der einst zur Versorgung der Mühlen mit Wasser durch das Vulkangestein getrieben wurde. Erst seit 2023 kann er von Besuchern begangen werden.

Danach umrundeten wir den unter Naturschutz stehenden Jungferweiher. Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren blühenden Wiesen, seltenen Gräsern und der reichen Pflanzenwelt bot zahlreiche Gelegenheiten zum Schauen, Staunen und Fotografieren. Die friedliche Atmosphäre dieses Naturraums bildete einen gelungenen Höhepunkt des Tages.

Am letzten Tag der Wanderwoche teilte sich die Gruppe. Während die Mehrheit im Thermalbad von Bad Bertrich Entspannung suchte und die wohltuende Wirkung des einzigen Glaubersalz-Thermalbades Deutschlands genoss, brachen drei erklärte Bademuffel zu einem letzten Wanderabenteuer auf.

Sie wanderten auf einem Abschnitt des Lieserpfades von Daun nach Manderscheid. Noch einmal zeigte sich die Eifel von ihrer schönsten Seite: traumhafte Stille, schmale Pfade entlang der Lieser, märchenhaft anmutende Wälder, tiefe Schluchten und kleine Stege prägten den Weg. Den krönenden Abschluss bildete der Blick auf die beiden Burgen von Manderscheid, die eindrucksvoll über dem Tal thronen.

Am Abend trafen sich alle Teilnehmer ein letztes Mal zu einem gemütlichen Beisammensein. Dabei dankte Siegfried Herz besonders Walter Hebling, der die Idee zu einer Wanderwoche in der Eifel entwickelt und deren Organisation übernommen hatte. Mit herzlichen Worten würdigte er dessen Engagement, das wesentlich zum Gelingen dieser erlebnisreichen Woche beigetragen hatte.

Insgesamt wurden in dieser Woche beachtliche 104 Kilometer zurückgelegt.

Die Rückfahrt verzögerte sich aufgrund technischer Probleme bei der Bahn in Bingen. Trotz dieses Zwischenfalls traf die Gruppe gesund, wohlbehalten und frohgelaunt wieder in Weinheim ein.

Walter Hebling